Leseprobe Yoga - Unterricht und Praxis

 

Ein paar Grundsätze zur Yogapraxis:

Es ist wichtig, noch ein paar Bemerkungen zu den einzelnen Übungen zu machen:

  • Jede Übung soll immer in einem entspannten Zustand ausgeführt werden.
  • Jede Übung soll leben, d.h., in voller Achtsamkeit praktiziert werden. Indem wir das Bewusstsein in den Körper, die Atmung und die Bewegung hinein lenken, erfüllen wir unseren Körper, unsere Yogapraxis und unser irdisches Leben mit unserem Geist.
  • Wichtig: Bei Yoga darf es nie schmerzen! Der Übende soll immer nur so weit in eine Position hineingehen, wie es für ihn problemlos und schmerzfrei möglich ist. Nie etwas forcieren, aber das Bewusstsein ganz gezielt in den Körper hinein lenken.

Die zwei Phasen einer Übung

Ich möchte Sie einladen, die Yogaübungen bewusst in zwei Phasen zu üben und zu erleben

  1. Während der körperlich aktiven Phase nehmen wir in Kombination von Atem und Bewegung eine bestimmte Position ein
  2.  In der körperlich passiven Phase fühlen wir uns, getragen vom ruhigen, harmonischen Fliessen unseres Atems, in den Körper hinein und erleben bewusst, was die Übung bewirkt. Diese Phase der Übung ist mindestens so wichtig wie die körperliche Bewegung, denn sie öffnet uns für das Wahrnehmen der feinen Energieströme und der Kräfte in unserem Körper und verstärkt die Wirkung in hohem Masse.

In diesem Sinn nehmen wir uns nach jeder Übung etwas Zeit, die wir dem vertieften Erleben und Nachgehen widmen. Auch dieses innere Nachfühlen begleite ich im vorliegenden Buch mit ein paar einleitenden Worten, die dem Übenden helfen sollen, die feineren Funktionen seines Körpers wahrzunehmen.

 

Die Wirkung des kraftvollen Denkens

Als Abschluss des Nachfühlens sprechen wir ruhig und monoton den unterstützenden Gedanken. Mit diesen Affirmationen erreichen wir, dass die positive Wirkung der Übung nicht mit Beenden der Bewegung abgeschlossen ist, sondern als Impuls zur dauerhaften Gesundheit ins Unterbewusstsein dringt und dort weiter wirkt.

Die Wirkung dieser Affirmation ist deshalb so stark, weil jeder unserer Gedanken, und auch jedes Gefühl, mit einem inneren Bild verbunden ist. Unser Verstand ist pausenlos tätig, das Denken ist so aktiv und so sprunghaft, dass wir viele Gedanken, die durch unseren Kopf schwirren, bewusst nicht einmal wahrnehmen. Wenn wir uns vorstellen, welche Menge an Gedanken wir während eines einzigen Tages produzieren – ein Gedanke, kaum gedacht, wird schon vom nächsten abgelöst – dann bekommen wir eine kleine Ahnung über die Vielfalt an inneren Bildern, die laufend in uns auftauchen und wieder vergehen.

Diese inneren Bilder sind feinstofflicher Natur, aber jedes einzelne Bild trägt in sich den Drang nach „Verwirklichung“, den Drang, in materieller Form zu erscheinen. Wiederholt sich in uns ein Gedanke, ganz egal, ob bewusst oder unbewusst empfunden und mit welchem Inhalt und von welcher Qualität, so wird das innere Bild immer deutlicher und drängt immer stärker zur Manifestation.

Diesen Umstand nutzen wir mit bewussten, kraftvollen Gedanken – nach den Yogaübungen, aber auch im Alltag durch bewusstes Denken. Denken wir z.B. „Kraft“ oder „Gesundheit“, so tauchen zugleich in uns die inne­ren Bilder und das Gefühl von Kraft und Gesundheit auf. Wiederholen wir diese starken Gedanken, so vertieft sich der Eindruck in unserem Unterbewusstsein – es leitet die Information an den Körper weiter und vermittelt ihm den Eindruck von Kraft und Gesundheit. Darauf hin reagieren alle Körperfunktionen und stellen ihre Arbeitsweise auf den gesunden Zustand ein.

Aus diesem Grund ist der Gedanke „Meine Gesundheit entwickelt sich von Moment zu Moment“ so wichtig und so wirkungsvoll.

Die Formulierung „Ich bin gesund im Körper und in der Seele“ soll uns daran erinnern, dass die Entwicklung von Gesundheit, Kraft und anderen Eigenschaften, immer gleichzeitig auf der körperlichen und auf der psychisch-seelischen Ebene stattfindet. Wir entwickeln diese Eigenschaften und Fähigkeiten nie nur körperlich oder nur seelisch. Seelische Stabilität ist immer begleitet von körperlicher Standfestigkeit – sind wir mental flexibel, wirkt sich dies auch als körperliche Geschmeidigkeit aus, sind wir innerlich ausgeglichen, in harmonischer Verfassung, ist auch unser Herzschlag harmonisch und alle Körperfunktionen sind gesund und ausgeglichen, sind unsere Gedanken stark und konzentriert, ist auch unser Blick, unser Gang und unsere Sprache geprägt von dieser inneren Haltung.

Erleben wir deshalb nach jeder Übung ganz bewusst das Wirken der „Bild-Schaffenden Kraft“, mit der wir unsere Gesundheit, unser Wohlbefinden und letztendlich unser Glück verursachen.

Wie Selvarajan Yesudian sagt: „Ich allein verursache mein Schicksal: Ich verursache mein eigenes Unglück, ich verursache mein eigenes Glück!“. Elisabeth Haich sagt: „Die stärkste Kraft in unserem Leben ist die Bild-Schaffende Kraft. „Stell dir die Wirklichkeit vor und aus deiner Vorstellung wird die Wirklichkeit werden!“

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Leseprobe aus dem Buch Yoga - Unterricht und Praxis von Susy Heim
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